Wir haben in unserem Umfeld festgestellt, dass die meisten Frauen viel zu wenig über ihren eigenen Zyklus wissen — oder sich dessen gar nicht bewusst sind, was da jeden Monat in ihrem Körper passiert. Kaum jemand spricht darüber. Und dabei ist es so wichtig: Dein Zyklus beeinflusst deinen Energiehaushalt, deine Stimmung und deine körperliche Leistungsfähigkeit jeden einzelnen Tag.

In der Sportwissenschaft hat man bereits vor vielen Jahren erste Entdeckungen gemacht — viele Leistungssportlerinnen trainieren schon lange mit ihrem Zyklus. Sie fühlen sich leistungsfähiger, können besser trainieren und sind weniger verletzungsanfällig. Aber wie geht das eigentlich? Für die allererste Folge haben wir uns jemanden eingeladen, der es wissen muss: unsere Frauenärztin Dr. Manuela Bohr.

Die vier Phasen — dein monatlicher Rhythmus

Der weibliche Zyklus lässt sich in vier Phasen einteilen. Und das Wichtigste zuerst: Kein Zyklus ist wie der andere — nicht von Frau zu Frau, und auch bei dir selbst nicht immer gleich. Stress, schlechter Schlaf, intensive Trainingsphasen — all das kann deinen Zyklus verschieben. Zwischen 24 und 35 Tagen ist völlig normal.

Phase 1
Menstruation
Winter

Östrogen und Progesteron sind auf dem Tiefstand. Das wirkt direkt auf unser Serotonin — wir fühlen uns müde, schlapp, haben wenig Lust auf Sport. Völlig normal und ein Signal des Körpers.

Phase 2
Follikelphase
Frühling

Das Östrogen steigt — und mit ihm unsere Energie und Kreativität. Wir fühlen uns attraktiv, kraftvoll, wollen Neues anpacken. Diese Phase hat echtes Leistungspotenzial.

Phase 3
Eisprung
Sommer

Der Höhepunkt des Östrogens. Kurz, intensiv, kraftvoll. Der Körper ist biologisch auf Kontakt und Energie ausgerichtet. Eine kurze, aber besondere Phase.

Phase 4
Lutealphase
Herbst

Das Progesteron übernimmt. Wir werden ruhiger, häuslicher, fokussierter. Nicht schlechter — nur anders. Die Phase fürs Eingemachte, fürs Nachdenken, fürs Ankommen.

„Das Östrogen macht uns so einen Hype — ähnlich wie Testosteron beim Mann. Es stimuliert das Serotonin, als hätten wir gerade Schokolade gegessen oder einen schönen Waldlauf gemacht."

— Dr. Manuela Bohr

Was ist mit der Pille?

Ein wichtiger Hinweis von Dr. Bohr: Alles, worüber wir sprechen, gilt für Frauen ohne hormonelle Verhütung. Die Pille wirkt Eisprung-hemmend und setzt dich hormonell jeden Tag auf dasselbe Niveau. Das bedeutet: weniger Stimmungsschwankungen und Schmerzen — aber auch nicht die Hochs. Die Energie der Follikelphase, das emotionale Hoch zur Zyklusmitte — das fällt weg.

„Die Frauen, die die Kombipille nehmen, haben die Schwankungen in der Pause auch, aber viel weniger ausgeprägt. Und deshalb haben sie auch nicht diese Schmerzen — aber natürlich auch nicht die Hochs."

— Dr. Manuela Bohr

Jahreszeiten als Orientierung

Die vier Jahreszeiten als Bild für die Zyklusphasen — Winter, Frühling, Sommer, Herbst — ist kein Kindergartenkram, findet Dr. Bohr. Im Gegenteil: Es hilft, sich die eigenen Phasen bewusst zu machen. Erst wenn wir anfangen, darüber zu sprechen, merken viele Frauen: "Ja — das kenne ich! Das ist genau wie bei mir." Und das ist der erste Schritt, um deinen Körper wirklich zu verstehen.

Genau das ist die Idee hinter Blondie Power: Nicht noch mehr Theorie. Sondern das Wissen, das du brauchst, um deinen Körper zu verstehen — und dann wirklich damit zu arbeiten. Mit deinem Training, mit deiner Ernährung, mit deinem Alltag.

Folge 1 jetzt anhören

Das vollständige Gespräch mit Dr. Manuela Bohr