Östrogen — jeder kennt das Wort, aber die meisten verbinden es mit den falschen Dingen. Launisch. Empfindlich. Hormonstimmungen. Das ist ein Vorurteil, das aus einer Zeit stammt, in der Frauengesundheit in der Medizin schlicht nicht ausreichend erforscht wurde. Die Wahrheit sieht anders aus: Östrogen ist unser Superhormon. Und es ist höchste Zeit, es als das zu behandeln.
Was Östrogen wirklich leistet
Östrogen wirkt anabol — es unterstützt den Aufbau von Muskelmasse und fördert die Proteinsynthese.
In der Follikelphase können Kohlenhydrate besonders gut verwertet werden — ideal für hochintensive Einheiten.
Östrogen fördert die Durchblutung in Gelenken und Bindegewebe. Bei Mangel werden Gelenke steif und schmerzhaft.
Östrogen stimuliert das Serotoninsystem im Gehirn — bei hohem Spiegel fühlen wir uns kraftvoll, kreativ und selbstbewusst.
Im Zyklus: hoch und tief
Der Östrogenspiegel schwankt monatlich — das ist normal und gesund. Diese Schwankungen sind der Motor unseres Zyklus. Die höchste Konzentration erreicht Östrogen kurz vor dem Eisprung, am Ende der Follikelphase. In der Lutealphase fällt es wieder ab, während Progesteron steigt.
- Hochintensive Einheiten, HIIT
- Schwere Gewichte, Hypertrophietraining
- Kohlenhydrate gut verwertbar — vor dem Training nutzen
- Kognitive Höchstleistung, kreative Projekte
- Schnellere Regeneration
- Grundlagentraining, lockere Dauerläufe
- Moderate Gewichte, Kraftausdauer
- Mehr Protein zuführen für Muskelerhalt
- Regeneration priorisieren
- Progesteron wirkt gelenkstabilisierend — nutzen
„Jeder Monat ist ein Neustart. Egal wie weit wir waren — wir können immer wieder von vorne anfangen. Wer hat das schon?"
— Simone ReuthalWann wird es kritisch: Östrogenmangel
Schwankungen sind normal. Aber es gibt Grenzen — und sie werden manchmal überschritten. Östrogenmangel ist kein seltenes Phänomen, er hat konkrete Ursachen und konkrete Symptome. Wer eines oder mehrere davon kennt, sollte zur Frauenärztin.
Mögliche Ursachen für Östrogenmangel
- Exzessiver Leistungssport ohne ausreichende Regeneration
- Mangelernährung oder zu wenig Kalorien — besonders unzureichend Kohlenhydrate, Fette und Protein
- Chronischer Stress und dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel
- Starker Gewichtsverlust in kurzer Zeit
- Prämenopause und Menopause
Symptome, die zum Arzt führen sollten
- Hitzewallungen, Schweißausbrüche — auch außerhalb der Wechseljahre
- Trockene Schleimhäute
- Anhaltende Schlafstörungen
- Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhoe)
- Extreme Stimmungsschwankungen, die außerhalb des üblichen Rahmens liegen
- Gelenkschmerzen und -steifigkeit ohne erkennbare Ursache
„Wenn ihr euch in eurem Körper nicht mehr erkennt — wenn die Schwankungen ein Ausmaß annehmen, das nicht mehr normal ist — dann Obacht. Lasst euch beraten."
— Verena RoscherFolge 16 jetzt anhören
Östrogen als Superhormon — was es kann, wann es fehlt und wie man es nutzt