Vor den Feiertagen wollen alle schnell abnehmen. Danach auch. Social Media liefert die Lösungen: Intervallfasten, Low Carb, Keto, Kombis aus allem. Was dabei oft vergessen wird: Diese Methoden wurden größtenteils an Männern erprobt. Und Frauenkörper funktionieren anders — besonders was den Hormonstoffwechsel betrifft.
Die drei Diät-Methoden im Check
16 Stunden fasten, 8 Stunden essen. Soll Fettstoffwechsel verbessern und Insulinausschüttung reduzieren.
Deutlich reduzierte Kohlenhydratzufuhr — Energie soll aus Fett gewonnen werden.
Extreme Low-Carb-Variante: Der Körper soll in Ketose gehen und ausschließlich Fett verbrennen.
Warum Intervallfasten für Frauen besonders heikel ist
Das Hormonystem der Frau ist komplex — und empfindlich. Wenn der Körper über lange Zeit keine Energie bekommt, schaltet er auf Sparflamme. Was dabei passiert, ist eine Kette:
„Du quälst dich durch das Fasten, um ein paar Kilo zu verlieren — und am Ende hast du einen gestörten Zyklus. Das ist keine gute Tauschbörse."
— Simone ReuthalBesonders in der Menopause aufpassen
Auch für Frauen in der Menopause ist Intervallfasten keine empfehlenswerte Strategie. Durch das begrenzte Essfenster fehlen wichtige Nährstoffe — insbesondere Kalzium und Vitamin D, die für die Knochengesundheit essenziell sind. Da die Knochendichte in der Menopause durch den Östrogenmangel ohnehin abnimmt, ist ein Nährstoffmangel das Letzte, was der Körper jetzt braucht.
Was wirklich hilft
Kein Geheimrezept, aber bewährt: Weniger Zucker, weniger Alkohol, mehr Bewegung im Alltag. Drei bis vier Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten gibt dem Körper Zeit zu verdauen und Insulin abzubauen — ohne die extremen Auswirkungen eines 16-stündigen Fastenfensters. Wer etwas abnehmen möchte, fährt mit einer ausgewogenen Ernährung und einem moderaten Kaloriendefizit langfristig besser als mit jeder Radikalmethode.
Folge 18 jetzt anhören
Fasten, Low Carb und Keto — warum Extreme selten funktionieren, vor allem für Frauen