Wir haben unseren Zyklus in vier Phasen aufgedröselt. Wir wissen, wann wir Vollgas geben können und wann wir einen Gang zurückschalten sollten. Und jetzt kommt die nächste Ebene: Welcher Körpertyp bist du eigentlich — und was bedeutet das für dein Training?
Denn so wie der Zyklus von Frau zu Frau unterschiedlich ist, sind es auch die Körper. Und wer gegen die eigene Physiologie trainiert, arbeitet hart — und kommt trotzdem nicht weiter. Das ist frustrierend. Und es muss nicht so sein.
Zuerst: Warum die Waage lügt
Fast täglich bekommt Verena Nachrichten. Ich will abnehmen. Ich hätte so gerne diese Zahl auf der Waage. Und da fängt das Problem schon an: Denn die Zahl auf der Waage sagt nichts darüber aus, ob du fit bist, gut gebaut oder gesund. Muskeln sind schwerer als Fett. Eine muskulöse Frau mit 57 Kilo auf 1,60 Meter wäre laut BMI theoretisch übergewichtig — und gleichzeitig in top Form.
„Es gibt diese eine magische Zahl auf der Waage — und wenn wir die haben, dann ist alles super. Aber Mädels: es wird nicht so sein."
— Simone ReuthalDie drei Körperbautypen
Genetisch sind wir grob in drei Typen eingeteilt. Innerhalb dieser Kategorien gibt es Mischtypen und individuelle Unterschiede — aber die Grundausrichtung ist von Geburt an angelegt. Und das ist keine Schwäche, das ist Biologie.
Lange Arme und Beine, schlanke Figur, schwieriger Muskelaufbau. Vorsicht: Auch schlanke Frauen können einen hohen viszeralen Fettanteil haben — das sogenannte "Skinny Fat", das von außen unsichtbar ist, aber die Gesundheit belastet.
Baut Muskeln schnell auf, kann aber auch schnell zunehmen. Proportional gut gebaut — dieser Typ reagiert gut auf fast jede Trainingsform. Das klingt wie der Jackpot. Aber auch hier gilt: ohne das richtige Timing bei Ernährung und Training bleibt Potenzial ungenutzt.
Schone weibliche Rundungen, neigt aber dazu, schneller Fett anzusetzen. Was von manchen als Nachteil gesehen wird, ist einfach ein anderer Körpertyp — mit eigenen Stärken. Mit dem richtigen Training und Ernährungsansatz funktioniert auch dieser Typ hervorragend.
Wenn der Körper streikt: Amenorrhoe
Ein Thema, das Verena besonders am Herzen liegt: Was passiert, wenn schlanke Frauen sich zusätzlich noch unterernähren? Wenn der Körper zu wenig Nahrung bekommt, schützt er sich — unter anderem, indem er den Zyklus einstellt. Das nennt sich Amenorrhoe und ist ein diagnostiziertes Krankheitsbild.
Amenorrhoe — das Ausbleiben der Menstruation — ist kein Zeichen von Disziplin, sondern ein Warnsignal des Körpers. Wenn zu wenig gegessen wird, oft kombiniert mit zu intensivem Training, schützt der Körper sich, indem er Ressourcen einspart. Langfristige Folgen betreffen Knochen, Herzgesundheit und Fruchtbarkeit. Eine eigene Folge dazu folgt.
„Wenn du gegen deine Physiologie trainierst, kannst du total Gas geben — und am Ende kommt gar nichts rum. Du gibst dir wirklich Muhe, aber irgendwie passiert ja nichts."
— Verena RoscherDas Fazit dieser Folge ist einfach: Jeder Körpertyp ist wunderschön. Und jeder Körpertyp funktioniert — wenn man ihn versteht, richtig ernährt und passend trainiert. Nicht gegen die eigene Biologie, sondern mit ihr.
Folge 7 jetzt anhören
Körpertypen, die Waage-Luge und Training fur deinen Typ