Kurz vor der Menstruation kennen viele Frauen das Gefühl: plötzlich richtig Lust auf Süßes, auf Schokolade, auf Chips — einfach auf alles, was schnell verfügbare Energie liefert. Und das ist keine Einbildung. Dein Körper hat in dieser Phase tatsächlich einen erhöhten Kalorienverbrauch von 100 bis 300 Kilokalorien pro Tag. Das ist zwar nicht die Welt — ungefähr ein halber Apfel mehr —, aber die hormonellen Veränderungen machen mehr mit dir, als du denkst.
Warum gerade Zucker und Schokolade?
In der Lutealphase dominiert Progesteron, während Östrogen abfällt. Östrogen ist das Hormon, das dich happy macht — es kurbelt die Serotoninproduktion an. Fällt Östrogen, sinkt auch dein Serotoninspiegel. Und Serotonin ist dein körpereigenes Glückshormon.
Kurz gesagt: Dein Körper ist auf der Suche nach guter Laune. Und Zucker liefert ihm genau das — schnell und direkt. Deshalb hast du kurz vor der Menstruation Bock auf Schokolade, Gummibärchen oder Chips.
Süß oder herzhaft?
Schokolade, Gummibärchen, Kekse — Hauptsache Zucker. Viele Frauen greifen in dieser Phase automatisch zu süßen Snacks.
Chips, Salzstangen, Fast Food — salzig und fettig. Auch das ist eine häufige Form von Heißhunger kurz vor der Periode.
Die meisten Frauen enden aber trotzdem mit Süßem — egal ob sie vorher herzhaft gegessen haben oder nicht. Warum? Weil der Körper vor allem Dopamin sucht, und das bekommt er am schnellsten über Zucker.
Ist Zucker jetzt schlimm?
Nein, schlimm ist er erstmal nicht. Du hast ohnehin einen leicht erhöhten Grundumsatz in dieser Phase. Aber: Zucker erzeugt Blutzuckerschwankungen. Und genau diese Schwankungen können Heißhungerattacken noch verstärken — ein Teufelskreis.
„Du quälst dich durch das Verzichten, isst erst Datteln, Joghurt mit Beeren, Banane — und dann isst du doch das Bounty. Warum nicht gleich das Bounty?"
— Simone ReuthalDu hast richtig Lust auf Schokolade — sagen wir, ein Bounty. Aber du sagst dir: „Nein, das ist ungesund." Also isst du vorher Datteln, einen Joghurt mit Beeren, eine Banane, alles, was vermeintlich gesund ist.
Dann hast du das alles gegessen. Bist eigentlich schon satt. Und was isst du dann? Das Bounty.
Jetzt hast du dir alles Mögliche reingezwungen, bist mit allem gedeckt — und gönnst dir dann trotzdem noch das, worauf du eigentlich Lust hattest. Das ist der klassische Fehler: zu viel essen aus schlechtem Gewissen, statt direkt zu genießen.
Balance statt Verzicht
Es geht nicht darum, dir alles zu verbieten. Im Gegenteil: Ständiger Verzicht ist ungesund. Irgendwann holt sich der Körper, was er will — und dann doppelt und dreifach. Die Lösung liegt in der Balance.
Gönn dir, was du brauchst — aber bewusst. Wenn du wirklich Lust auf ein Stück Schokolade hast, iss es. Genieß es. Und dann ist gut. Es geht nicht um Perfektion, sondern darum zu verstehen, warum dein Körper das jetzt braucht — und dann bewusst zu entscheiden, statt aus Frust oder schlechtem Gewissen zu essen.
Praktische Tipps gegen Heißhunger-Eskalation
Alle zwei Stunden etwas essen — kein Schrott, sondern ausgewogene Lebensmittel. Das hält den Blutzuckerspiegel stabil.
Vollkornbrot statt Weißmehlbrötchen. Hält länger satt und verhindert Blutzuckerspitzen.
Nussmus, Avocado, körniger Frischkäse — liefern Energie ohne den Zuckercrash danach.
Protein hält länger satt und stabilisiert den Blutzucker. Quark, Eier, Hülsenfrüchte — alles gut.
Gesündere Alternativen für Süß-Cravings
Natürliche Süße, gesunde Fette, macht satt ohne Blutzuckerspitzen.
Protein + ein bisschen Süße — perfekte Kombi für stabilen Blutzucker.
Du darfst auch Nutella essen — aber auf Vollkorn statt Weißmehl.
Süß, frisch, sättigend — und richtig lecker.
Schnelle Energie, gesunde Fette, lange sättigend.
Das Wichtigste
Heißhunger in dieser Phase ist völlig normal und hormonell bedingt. Du hast nicht versagt, wenn du Lust auf Schokolade hast. Gönn dir, was du brauchst — aber bewusst. Ein Stück Schokolade ist okay. Die ganze Tafel plus Chips plus Eis — eher nicht. Balance. Verstehen, warum dein Körper das will. Und dann clever entscheiden, statt aus Frust oder schlechtem Gewissen zu handeln.
Folge 23 jetzt anhören
Heißhunger vor der Menstruation — warum das passiert und wie du clever damit umgehst