Nach einer Pause sind wir zurück — und gleich mit einem Thema, das viele Frauen bewegt, aber über das selten offen gesprochen wird: die Wechseljahre. Dr. Manuela Bohr war schon in Folge 1 bei uns und hat uns den Zyklus erklärt. Jetzt schaut sie auf das, was danach kommt.

Und sie macht eines sofort klar: "Wechseljahre" ist eigentlich der falsche Begriff — weil es sich um mehrere aufeinanderfolgende Phasen handelt, die sich über Jahre erstrecken. Alles beginnt deutlich früher, als die meisten denken.

Die drei Phasen der Menopause

Prämenopause
ab ca. Mitte 40

Die Eierstöcke produzieren die Hormone nicht mehr so gleichmäßig. Zyklen werden kürzer oder unregelmäßiger. Eizellen reifen nicht mehr zuverlässig — das führt zu einem relativen Östrogenüberschuss, weil das Progesteron als erstes abnimmt. Typische Symptome: Brustspannen, stärkere Blutungen, Zwischenblutungen, Kopfschmerzen vor der Menstruation. Frauen können in dieser Phase noch schwanger werden.

Perimenopause
Übergangsphase

Die Perioden werden seltener. Jetzt sinkt auch das Östrogen merklich. Hitzewallungen beginnen, nächtliches Schwitzen, Schlafstörungen — viele Frauen wachen morgens zwischen drei und vier Uhr auf und finden keinen Schlaf mehr. Stimmungsschwankungen nehmen zu. Auch Scheidentrockenheit und veränderte Libido treten auf.

Menopause
Schnitt: 51 Jahre

Die letzte Menstruation. Die Eierstöcke bilden kaum noch Hormone. Der Durchschnitt liegt bei 51 Jahren, aber es gibt eine große Bandbreite — manche Frauen sind mit Mitte 40 in der Menopause, andere haben mit Mitte 50 noch Blutungen. Beide Extreme sind selten, aber normal.

„Die Prämenopause beginnt ungefähr zehn Jahre vor der eigentlichen Menopause. Das fängt also schon ab Mitte 40 an."

— Dr. Manuela Bohr

Was Östrogen alles macht — und was fehlt, wenn es sinkt

Die meisten verbinden den Östrogenmangel mit Hitzewallungen. Aber Östrogen ist in unserem Körper für weit mehr zuständig — und sein Rückgang macht sich an überraschend vielen Stellen bemerkbar.

Schlaf

Nächtliches Schwitzen, Aufwachen zwischen 3 und 4 Uhr, kein Wiedereinschlafen — direkt durch Hormonveränderungen verursacht.

Gelenke

Östrogen fördert die Durchblutung in Gelenken und Bindegewebe. Bei Östrogenmangel werden Gelenke steif, Beweglichkeit lässt nach. Viele lassen Rheuma testen — dabei ist es oft schlicht Östrogenmangel.

Stoffwechsel

Der Grundumsatz sinkt. Gewicht — vor allem am Bauch — nimmt zu, obwohl sich Ernährung und Aktivität nicht geändert haben. Besonders frustrierend für sportliche Frauen.

Muskelmasse

Mit dem Alter baut der Körper Muskelmasse ab. Der sinkende Östrogenspiegel beschleunigt diesen Prozess — gezieltes Krafttraining wird in dieser Phase noch wichtiger.

Das wissen die wenigsten: Wenn Östrogen ersetzt wird, kann die Gelenksteifigkeit deutlich verbessert werden. Viele Frauen lassen aufwendige Rheuma-Tests machen und suchen jahrelang nach Ursachen — dabei wäre die Antwort manchmal ganz einfach. Sprich mit deiner Frauenärztin.

„Viele Frauen sagen mir: Ich hatte nie einen Bauch — aber jetzt habe ich plötzlich einen Bauch. Das ist für die Frauen sehr frustrierend. Und es hat eine ganz klare hormonelle Ursache."

— Dr. Manuela Bohr

Was das für Sport und Training bedeutet

Gerade in der Menopause verändert sich der Körper in einer Weise, die für sportliche Frauen oft besonders schwer zu akzeptieren ist: Das Training bleibt gleich, der Körper reagiert anders. Weniger Muskelmasse, langsamerer Stoffwechsel, mehr Verletzungsanfälligkeit.

Das ist kein Versagen — das ist Biologie. Und die gute Nachricht: Gezieltes Kraft- und Ausdauertraining kann vieles davon verlangsamen oder kompensieren. Wer seinen Körper kennt und versteht, was gerade in ihm vorgeht, kann besser darauf reagieren. Genau dafür ist Blondie Power da.

Folge 11 jetzt anhören

Das vollständige Gespräch mit Dr. Manuela Bohr über die Wechseljahre